Haferdrinks aus Molkereien ärgern Milchbauern

Der Trend zu veganen Milchersatz-Produkten aus Hafer, Soja oder anderen Pflanzen macht den Milchbauern Sorge. «Wir müssen gerüstet sein. Wenn die Nachfrage nach Ersatzprodukten steigt, heißt das ja, dass sie anderswo vielleicht zurückgeht», warnte Hans Foldenauer, der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, am Mittwoch in Berlin.


Nach Branchendaten haben Supermarktkunden in den ersten neun Monaten 2019 mit knapp 10 000 Tonnen ein Drittel mehr Milchimitate gekauft als im Vorjahreszeitraum. Der Kuhmilch-Verkauf ging dagegen leicht zurück.


Die Milchviehhalter kritisierten, dass auch genossenschaftliche Molkereien diesen Markt ins Auge fassten. «Es macht keinen Sinn - wenn ich mich als Unternehmen der Bauern verstehe -, diese Ersatzprodukte herzustellen und sogar noch mit massiven Werbemitteln zu bewerben», sagte der Verbandsvorsitzende Stefan Mann vor der Agrarmesse Grüne Woche, die am Freitag beginnt.


Die Bauern leiden nach seinen Angaben unter zu niedrigen Milchpreisen. Von den Molkereien bekämen die Landwirte etwa 33 Cent pro Liter. Um kostendeckend zu arbeiten, bräuchten die Betriebe 44 Cent.

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